Ehrungen

Nachruf für Werner Bartmann

von Gerd Haupt, 22. Januar 2006)

Kurz nachdem ich 1981 nach Ingelheim gezogen war, lernte ich Werner Bartmann kennen.
Sein Einsatz für die Natur begeisterte und infizierte mich. Es fing mit der Amphibienkartierung in Rheinhessen an, und wir kartierten nicht nur, sondern wir versuchten auch mit praktischer Arbeit die Lage der Amphibien zu verbessern.
Unvergessen unsere gemeinsamen Einsätze an den Tümpeln und Bombentrichtern im Binger Wald. Spaziergänger fragten uns damals, ob wir diese beschwerliche, schmutzige Arbeit als Strafe für irgendein Vergehen machen müssten.
Nein, wir waren Überzeugungstäter, wir wollten unseren Beitrag zum Erhalt von amphibischen Lebensräumen leisten.
Als Arbeitsgruppe der GNOR realisierten wir Naturschutz in der näheren und weiteren Umgebung. An vielen Samstagen beteiligten wir uns an landesweiten Pflegeeinsätzen zum Erhalt bedrohter Biotope.

Ende der 80er Jahre stellten wir fest, dass es in Ingelheim erstens genügend Arbeit im Naturschutzbereich und es zweitens auch genügend Mitstreiter für die gute Sache gab. Dies führte zur Gründung des Vereins Naturschutzgruppe Ingelheim und Umgebung.
Von der Gründung im Jahr 1987 bis zu seiner schweren Erkrankung im Jahr 2001 führte Werner den Verein als Vorsitzender. Während seiner Amtszeit wurde das Naturschutzzentrum Ingelheim gebaut und damit dem Verein eine stabile Basis geschaffen. Hauptsächlich ihm ist es zu verdanken, dass die NSGI sich als verlässlicher Anwalt der Natur etablierte, und bei Behörden und Ämtern als kompetenter Partner geschätzt wird.

Mehr als 20 Jahre stand der Name Werner Bartmann für Natur- Umwelt- und Biotopschutz im Bereich von Ingelheim. Es wurde einiges erreicht, aber nach wie vor ist es erforderlich, sich für den Naturschutz im lokalen Bereich einzusetzen und ihn gegen alle anderen Interessen zu verteidigen.

Wir, seine Freunde, betrachten es als ehrenvolle Pflicht, die Arbeit fortzuführen, die Werner nicht mehr vergönnt war zu leisten.
Viel zu früh wurde er aus unserer Mitte gerissen.

Dieser Baum und dieser Stein stehen als Zeichen dafür, dass wir ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren werden.

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